verschiedene Fläschchen mit Pflanzen in Flüssigkeiten für den Bereich "Heilpflanzen"

Maulbeere - Morus

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Die Maulbeere stammt in ihrer weißen und schwarzen Variante aus dem asiatischen Raum, ist aber spätestens seit der Römerzeit auch in Europa verbreitet. Die weiße Maulbeere war lange ein Bestandteil in der Seidenproduktion, da ihre Blätter die einzige Nahrungsquelle der Seidenraupen sind. Maulbeerbäume sind mehrere Meter hohe Bäume, die im Winter ihre Blätter verlieren. Im Sommer reifen die Maulbeeren, die in ihrem Aussehen etwas an Brombeeren erinnern, und nehmen in den unterschiedlichen Reifestadien die Farben weiß, rot und schwarz an. Die reifen Früchte schmecken süß, sind aber nicht lange haltbar. Alternativ zu frischen Früchten werden getrocknete Maulbeeren angeboten.

Die chinesische Medizin nutzt von den Maulbeerbäumen Blätter, Früchte, Zweige und Wurzelrinde. Der süße Geschmack ist mit Ausnahme der Zweige bei allen Bestandteilen vorhanden, dazu kommt außer bei den Beeren noch der bittere Geschmack. Das Temperaturverhalten bei allen Pflanzenteilen reicht von neutral bis kalt. Die Maulbeere ist mit diesen Eigenschaften generell eine yin-stärkende Pflanze, je nach Pflanzenteil aber mit unterschiedlichem Wirkungsbereich.

Die Maulbeerbaumblätter haben vor allem Auswirkungen auf Kopf, Augen und den Brustbereich. Dort kühlen und klären sie oberflächliche Hitzezustände wie gerötete, entzündete Augen, Sehstörungen, Kopfschmerzen sowie Fieber. Außerdem helfen sie bei trockenen Schleimhäuten und Husten.

Die Maulbeerfrüchte unterstützen ebenfalls die Sehkraft. Die Früchte reichen in ihrer Wirkung aber tiefer als die Blätter. Sie nähren Blut und Yin, bekämpfen dort quasi Trockenheit und Hitze. Damit können sie gegen Schwindel, Schlaflosigkeit sowie Problemen bei Sehen und Hören eingesetzt werden.

Die Rinde der Maulbeerwurzel bezieht sich ähnlich wie die Blätter auf den Brustbereich. Dort wirkt sie gegen Hitzeerkrankungen der Lunge wie Entzündungen, Husten und Fieber. Außerdem hilft die Wurzelrinde auch gegen Feuchtigkeit, da sie leicht diuretisch wirkt.

Die Zweige des Maulbeerbaumes schließlich können ebenfalls Feuchtigkeit ausleiten. Sie wirken vor allem in den Leitbahnen, machen sie durchgängig und vertreiben Wind und Feuchtigkeit. Damit eignen sie sich hervorragend bei rheumatischen Erkrankungen. Schmerzen und Beschwerden in den Gelenken und in den Muskeln können mit den Maulbeerzweigen gelindert werden.

Alle beschriebenen Bestandteile des Maulbeerbaums haben eine mehr oder weniger kühlende Wirkung. Wenn keine Hitzezustände vorherrschen, ist daher die Verwendung der Maulbeere generell nicht zu empfehlen. Außerdem ist der Zustand der Mitte zu beachten, also dem großen Bereich der Verdauung, der je nach persönlicher Verfassung mit zuviel Kälte nicht gut umgehen kann.

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Titelbild Heilpflanzenarchiv: Adobe Stock – chamillew

alle Heilpflanzen und sonstigen Bilder: Thomas Spies