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Mariendistel – Silybum marianum
Mariendistel
Mariendistel Blüte
Mariendistel Blaetter

Die Mariendistel: Sie ist eine der wichtigsten Leberheilpflanzen. Weiß marmorierte und stachelige Blättern prägen ihr Aussehen, das von kugeligen violetten Blüten gekrönt wird. Das auffällige Blattmuster soll auf die Muttermilch der Maria zurückgehen, die auf die Blätter getropft sei. Mariendisteln können bis zu 150 cm hoch werden und stammen aus dem Mittelmeerraum. Mit der Klostermedizin kamen sie im Mittelalter auch nach Mitteleuropa, wo sie heute vor allem in Österreich und Ungarn auch angebaut werden.

Als Heilpflanze wird die Mariendistel bereits in der Antike genutzt, wenn auch nur in geringem Maße. Bei Hildegard von Bingen und etwas später Paracelsus sind es die „Stechkörner“, also die Früchte, die gegen stechende Schmerzen in Lunge, Herz, Milz und Leber eingesetzt werden. Das ist eine Interpretation gemäß der Signaturenlehre, nach der die Wirkung von Heilpflanzen an ihrem Aussehen abgelesen wird.

Der wichtigste Einsatzort der Mariendistel heute ist die Leber, eines unserer Entgiftungsorgane. Das Silymarin, ein Wirkstoffgemisch aus den Mariendistelfrüchten, spielt dabei die Hauptrolle. Es schützt vor Leberzellgiften (u.a. Alkohol, Medikamente, Umweltgifte) und unterstützt die Regeneration der Leber. Außerdem kann ein Inhaltsstoff der Mariendistel wirkungsvoll gegen eine Knollenblätterpilzvergiftung eingesetzt werden. Die Fähigkeit der Leber und ihrer Zellen, sich nicht nur zu erholen, sondern auch neu bilden zu können, ist einerseits faszinierend. Andererseits ist es auch die Grundlage, um überhaupt Therapien gegen degenerative Lebererkrankungen wie Fettleber und Leberzirrhose zusammenstellen zu können. Die Mariendistel unterstützt hierbei wirkungsvoll.

Die TEM beschreibt die Mariendistel, auch hier sind es vorwiegend die Früchte, als wärmend und trocknend mit einem leicht bitteren Geschmack. Die Leber bzw. das Leber-Galle-System spielt in der TEM eine große Rolle bei der „Herstellung“ der Körpersäfte, der sogenannten Kochung (coctio). Bei jedem Kochungsschritt wird Wärme benötigt, die die Mariendistel mitbringt. Ihre trocknende Eigenschaft wird in diesem Prozess genutzt, um Feuchtigkeit auszuleiten, die im Übermaß in Leber und Galle für Stauungen und Entzündungen sorgen kann.

Die Mariendistelfrüchte sind nicht so sehr geeignet, um daraus eine Teemischung zu machen. Ihre Inhaltsstoffe sind nämlich nur schwer wasserlöslich. Wenn man selbst eine Tinktur oder ein Öl ansetzen möchte, müssen die Früchte vorher gut zerkleinert werden. Praktischer sind Fertigpräparate, die den zusätzlichen Vorteil haben, dass der Wirkstoffanteil standardisiert und gleichbleibend ist.

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Titelbild Heilpflanzenarchiv: Adobe Stock – chamillew

alle Heilpflanzen und sonstigen Bilder: Thomas Spies